Die Bücher im Archiv aus den 20-er Jahren zeugen von der Not der Menschen in dieser Zeit. Es geht um Fürsorge in allen Lebenslagen. Der liebe Gott ist immer dabei.
Heute wie damals mühte man sich, den Menschen das Evangelium als Richtschnur näher zu bringen. Die Gottlosigkeit war schon damals ein Problem der Kirchen.
Der Wichern-Verlag wird im Oktober einhundert Jahre alt. Wir heben 100 Schätze aus 100 Jahre Wichern-Verlag in unserem nicht gut sortierten Archiv.
5. Schatz aus dem Jahr 1996
Bis in das Jahr 2011 gab es noch die Allgemeine Wehrpflicht. Viele junge Menschen wollten den Kriegsdienst verweigern. Der Wichern-Verlag brachte 1996 ein Buch heraus, wo für Wehrdienstverweigerer ausgewählte Begründungen zusammengafasst wurden.
4. Schatz aus dem Jahr 1940
Die Kunst der Kirche von Winfried Wendland ist ein Kunstführer durch die neu erbauten Kirchen, Kapellen und Gemeindehäuser seit 1933.
Das Buch mit sehr vielen Abbildungen von neuen Kirchengebäuden in ganz Deutschland zeugt von der Architektur dieser Zeit. Von der Ernst-Moritz-Arndt Kirche in Berlin oder Kirchen in Nürnberg, Bamberg u.a.
Zitat Seite 15 ff: „Man hat in der jüngsten Vergangenheit eine Fülle von Versuchen gemacht, die den Kirchbau mit den modernsten Mitteln fortführen wollten. Hierbei sind entscheidende Fehler begangen werden. Nicht daß die modernen Konstruktionen falsch gewesen wären. Wir haben als heutige Menschen die Aufgabe und die Pflicht, mit unseren Kenntnissen und unseren Mitteln und Materialien zu bauen und aus ihnen die schönsten Lösungen zu entwickeln. Der Fehler lag vielmehr darin, daß man aus einer Materialgerechtigkeit zu einer Materialvergötzung kam, die uns in eine geistige und vor allem in eine künstlerische Verödung hineingeführt hat. Diese Haltung ist heute überwunden. EIne neue große künstlerische Entwicklung hat eingesetzt. Mit seinen Bauten hat der Führer der Architektur wieder den bedeutenden Platz unter den Künstlern zugwiesen, die ihr als Schafferin und Ordnerin des Raumes zukommt….. .
3. Schatz aus dem Jahr 2000 (sogar noch lieferbar)
Kinder, Kirche und Karierre
Das Buch ist zwanzig Jahre alt. Theologinnen, Publizistinnen und Poltikerinnen mit kirchlichem Hintergrund erzählen von ihren Erfahrungen zwischen Rabenmutter und Nur-Hausfrau. Sie berichten von den alltäglichen Hindernissen und Hilfen, den kleinen Organisationsproblemen und großen Visionen auf dem Weg durch die Jahre der Doppel- und Dreifachbelastung. U.a. Regine Hildebrandt (+), Margot Käßmann, Christine Lieberknecht und Gudrun Althausen (+) kommen zu Wort.
Es wird spanndend sein, die heutige Situation auch unter Corona-Zeiten zu vergleichen. Hat sich wirklich etwas verändert?
1948 Wichern-Verlag Herbert Renner KG. / Berlin -Spandau
Aus dem Vorwort:
…. Die Schriftenreihe „Kirche in der Welt“ will die Aufmerksamkeit der Christen in Deutschland auf Probleme lenken, die für das christliche Gewissen besonders dringlich sind und von Christen aus anderen Ländern wegweisend angefaßt wurden.
Wenn wir als erstes Heft einen Auszug aus der Botschaft des Bischofs von Chichester für die deutsche Christenheit veröffentlichen, tun wir es vor allem aus tiefer Dankbarkeit für die ökumenische, Völker versöhnende und verbindene Arbeit des englischen Kichenmannes. Aber darüber hinaus möchte dieses Heft uns Deutschen zeigen, wie ein Mann der Kirche die verwickelten Fragen der großen Politik anfaßt und von Gottes Willen her denkt. …… „
„Kein Volk sollte ein politisches System wie dem Nationalsozialismus dulden…“ aus dem Brief an seine Freunde in der Evangelischen Kirche in Deutschland am 14. Februar 1946
Im Oktober 2020 wird der Wichern-Verlag einhundert Jahre alt. Nicht durchgängig geschäftig in der Zeit, um so erfreulicher, dass weder Krieg noch gesellschaftliche Veränderungen den Verlag in die Knie zwangen.
Wir öffnen aus diesem Anlass das gut unsortierte Archiv und präsentieren Ihnen Schätze aus allen Jahrzehnten des Bestehens des Verlages.
Schatz 1: „Der Kirchentag ruft…. Ein Jahrzentbericht zur Alkoholbekämpfung der deutschen evangelischen Landeskirchen. herausgegeben von Paul Seyferth
Erste und zweite Auflage 1932
„…. der Kirchentag ruft darum erneut alle Gemeinden auf, an diesem Werke mitzuhelfen und alle Bstrebungen zu unterstützen, die die Alkoholnot in unserem Volke eindämmen….“ (aus der Entschließung des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Nürnberg 1930)
Aus dem Beitrag über die Kirchenprovinz Brandenburg:
„… Der von einigen wirtschaftliche interessierten Kreisen vorgeschlagenen Verlängerung oder gar völligen Aufhebung der Polizeistunde wird mit allem Ernst und mit aller Entschiedenheit widersprochen…….“
125 Jahre Kaiser-Wilhlem-Gedächtniskirche in Berlin – das jährt sich am 1. September 2020.
Vor 125 Jahren im Jahr 1895 weihte das Kaiserehepaar Wilhelm II. und Auguste Viktoria zu Ehren Wilhelm I. die Kirche ein. Wie es um diese Zeit in der schnell wachsendenen Stadt um die Bevölkerung und das geistliche Wohl stand, wusste Kaiserin Auguste Viktoria nur zu gut. Dank Ihr wurden viele Kirchen in den nachfolgenden Jahren gebaut. Das in der Portät-Reihe von Angelika Obert erschienene Buch „Auguste Viktoria – Wie die Povinzprinzessin zur Kaiserin der Herzen wurde“ gibt Auskunft über das turbulente Zeitgeschehen. Nach der Lektüre sieht man so manches Kirchengebäude mit anderen Augen. Hier geht es zu Informationen der Kirchengemeinde zu Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.
Heute am 30. Juli 2020 ist der 44. Todestag von Rudolf Bultmann. Der namhafte Theologe schrieb seiner zukünftigen Frau Helene in den Jahren 1916 und 1917 Märchen. Sie war erkrankt und sollte sich durch die Märchen ablenken und gesunden.
Vielleicht sind die Märchen um Klumpe-Dumpe auch heute ein „Gesundmacher“, weil Sie die Realität ganz weit weg schiebt. Ablenken tun sie in jedem Falle. Wir legen Ihnen die ganz untheologischen Märchen ans Herz.
Vor 75 Jahren am 29. Juli 1945 begann in Berlin- Spandau die Synode der Bekennenden Kirche. Es ging um Schuld und Vergebung, noch lange nicht um Aufarbeitung und Zukunftspläne.
Wie Frauen in der Bekennenden Kirche WIderstand leisteten, zeigt das Buch von Rudolf Weckerling „Frauen im Kirchenkampf“. Dieser Titel ist seit 2024 komplett vergriffen. Aber auch in anderen Titeln unseres Verlages geht es um die Evangelische Kirche während der Nazi-Zeit.
Am Tag des Augsburger Friedensfestes am 8. August das Darmstädter Wort des Bruderrates der Bekennenden Kirche. Am 19. Oktober 1945 wurde das Stuttgarter Schuldbekenntnis u.a. durch Otto Dibelius und Martion Niemöller verlesen und zeigt die Mitschuld der Evangelischen Christen an den Verbrechen des Nationalsozialismus.
Auch wenn der CSD in diesem Jahr nicht auf den Straßen und Plätzen gefeiert werden kann, so gibt es auch innerhalb der Kirchen Veranstaltungen und Events dazu. Wir sagen: Gott liebt alle Menschen.
Im Buch „Friedrich von Bodelschwingh und Paul Gerhard Braune Briefwechsel 1933-1945“ wird das zentrale Thema der damaligen Zeit deutlich: Die Versuche der Nationalsozialisten, diakonische Einrichtungen zu vereinnahmen und der Kampf gegen die „Euthanasie“, die systematische Ermordung von kranken und behinderten Menschen. Aber auch ihre Irrtümer und Fehlleistungen werden deutlich. Hier geht es zum Buch.
Zu Thema „Euthanasie“ gibt es auch bis zum 30. August 2020 eine Ausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen. „Vergessene Opfer der NS-Euthanasie“ Die Ermordung schlesischer Anstaltspatienten 1940-1945. www.oslm.de
In einem in E-Mail-Wechsel über zehn Wochen in der Corona-Krise ersuchen sich Christina Bammel und Christian Stäblein an einer theologischen Deutung des Alltags im Ausnahmezustand.
Ein Leben lang war Pfarrer Heinrich Vogel kritisch engagiert. Während der Nazizeit war er Pfarrer in der Bekennenden Kirche. In der DDR blieb er als Friedensaktivist streitbar.
Für den Pfarrer mit viel Vergangenheit wird im Juni 2020 ein Gedenkort mit Ausstellung in Dobbrikow (Kreis Zossen-Fläming) eröffnet, wo Heinrich Vogel Jahrzehnte Pfarrer war.
Im neu konzipierten „Humboldt-Forum“ scheiden sich die Geister, warum ein Kuppelkreuz mit Inschrift sein muss.
Im Porträt „Auguste Victoria“ von Angelika Obert zeigt sich, wie existenziell der Glaube in der damaligen Zeit war und wie Auguste Vicoria ihn auch lebte. Das Buch ist eine Zeitreise in das preußische Berlin. Als sie 1921 im holländischen Exil starb, wurde ihr Leichnam nach Potsdam zurückgebracht. 200000 Menschen nahmen von ihr Abschied. Ein Trauerkranz kam von der Ortsgruppe der SPD.
Vor 60 Jahren startete das „Gemeindeexperiment Ladenkirche“ in Berlin-Spandau. Ins Leben gerufen wurde das Projekt Pfingsten 1960 von den Theologen Ernst Lange und Alfred Butenuth. Heute würde es Projekt heißen und der Bäckerladen als „Dritter Ort“ benannt. Wer mehr über den ungewöhnlichen Theologen Ernst Lange erfahren will, dem empfehlen wir folgende Bücher:
Ernst Lange- Versuch eines Portäts von Werner Simpfendörfer- jetzt für 10 Euro
Ernst Lange – Briefe (1942-1974) von Christian Gößinger und Markus Ramm (Hg.) für 34,95 Euro
In der Ev. Wochenzeitung „die Kirche „Ausgabe 22/20 ist ein Beitrag über die Ladenkirche auf Seite 8